NEWS / 03.11.2026
Honda CR-V: Auf langen Strecken zu Hause
Posted by: Fabio Simeon
Text und Bilder: Mario Borri
Honda verfolgt beim CR-V e:HEV ein interessantes Hybridkonzept: Den Antrieb übernimmt meistens der 184 PS (135 kW) starke Elektromotor, während der Benziner hauptsächlich die dafür benötigte Energie bereitstellt. Erstaunlich ist, wie wenig man davon im Alltag mitbekommt. Beim Tritt aufs Gaspedal steigen auch die Touren des Verbrenners an, sodass sich der Antrieb akustisch zunächst ziemlich konventionell anfühlt. Den Unterschied bemerkt man vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten und beim sanften Anfahren. Dann bleibt der Vierzylinder stumm und der Honda setzt sich rein elektrisch in Bewegung. Auch innerorts sind bei Tempo 50 elektrische Passagen möglich – vorausgesetzt, die Batterie ist ausreichend geladen und der Gasfuss bleibt zurückhaltend.
Entspannter Kilometerfresser: Die meisten unserer inzwischen über 10'000 Kilometer haben wir auf längeren Strecken absolviert. Wer vom CR-V keine sportlichen Fahrleistungen erwartet, reist mit ihm ausgesprochen angenehm. Beim starken Beschleunigen, etwa auf einer Autobahnauffahrt, heult der Benziner allerdings deutlich auf. Ist der 1,9 Tonnen schwere Allrad-SUV erst einmal auf Tempo, kehrt Ruhe ein und der Honda gleitet komfortabel dahin.
Die bequemen Sitze und das komfortabel abgestimmte Fahrwerk passen bestens zum Langstreckencharakter. Dazu kommen viel Beinfreiheit im Fond und ein 587 Liter grosser Kofferraum. Auch der bisherige Durchschnittsverbrauch von exakt 7,0 l/100 km kann sich angesichts von Grösse, Gewicht und Allradantrieb sehen lassen.
Etwas zu fürsorglich: Weniger anfreunden können wir uns mit den Assistenzsystemen. Die Warnungen von Honda Sensing 360 sind für unseren Geschmack etwas zu fürsorglich. Wer seine Ruhe haben möchte, kann die entsprechenden Systeme deaktivieren – einfach macht es der CR-V einem allerdings nicht. Das funktioniert nur in Gangstellung P und erfordert einige Schritte durch die Untermenüs.
Elektrifiziert ohne Ladekabel: Gerade für Flotten ist das Vollhybridkonzept des Honda interessant. Anders als ein PHEV oder ein BEV muss der CR-V e:HEV nicht an die Steckdose. Er braucht weder ein Ladekabel noch eine Ladeinfrastruktur. Auf längeren Strecken geht keine Zeit für Ladestopps verloren. Für Firmen, die ihre Flotte elektrifizieren möchten, bei denen eine zuverlässige Ladeinfrastruktur aber nicht überall gewährleistet werden kann, ist das eine unkomplizierte Lösung.
Fazit: Nach vier Test-Monaten zeichnet sich ein klares Bild ab: Der Honda CR-V Advance 4WD e:HEV fühlt sich vor allem auf langen Strecken wohl. Viel Platz, hoher Komfort und bisher exakt sieben Liter Durchschnittsverbrauch machen ihn zu einem angenehmen Dauerbegleiter.