NEWS / 19.10.2026
E-Ladestationen als Einfallstor für Hacker
Posted by: Fabio Simeon
Ladestationen sind längst mehr als reine Stromanschlüsse. Sie kommunizieren mit Fahrzeugen, Cloud-Diensten, Bezahlsystemen und Energieversorgern. Diese Vernetzung schafft Angriffsflächen für Cyberkriminelle. Die möglichen Folgen reichen von gestohlenen Zahlungsdaten über manipulierte Ladevorgänge bis hin zu Störungen der Energieversorgung. Werden ganze Ladenetze angegriffen, könnten zahlreiche Ladevorgänge gleichzeitig ausfallen oder manipuliert werden.
Die Bedeutung des Schutzes nimmt mit der Verbreitung der Elektromobilität zu. In der Schweiz wurden 2025 laut Bundesamt für Statistik mehr als 52’000 reine Elektroautos neu zugelassen. Ihr Anteil an den Neuzulassungen lag bei 22,7 Prozent.
Um die Risiken zu reduzieren, empfiehlt TCS fünf zentrale Massnahmen: Bereits bei der Beschaffung sollen Anbieter und Systeme auf relevante Sicherheitsstandards geprüft werden. Ladestationen benötigen zudem eine starke Authentifizierung, aktuelle Software und regelmässige Sicherheitsupdates. Eine intelligente Netzwerküberwachung kann ungewöhnliche Aktivitäten frühzeitig erkennen. Gleichzeitig müssen Kunden- und Zahlungsdaten bei der Übertragung und Speicherung verschlüsselt werden. Regelmässige Penetrationstests helfen schliesslich, Schwachstellen aufzudecken, bevor Angreifer sie ausnutzen.
Entscheidend sei ein ganzheitlicher Sicherheitsansatz, betont TCS. Denn auch die Schnittstellen zu mobilen Apps, Cloud-Plattformen, Backend-Systemen und Energiesystemen könnten Schwachstellen aufweisen. Mit dem weiteren Ausbau der Elektromobilität werde Cybersicherheit deshalb zunehmend zu einer Frage der kritischen Infrastruktur. Gefragt sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Fahrzeugherstellern, Ladeinfrastrukturbetreibern, Energieunternehmen und Behörden