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News / 04. August 2022

Bediensysteme im ADAC-Test: Tesla lenkt am meisten ab

Kaum noch Tasten und immer grössere Displays: Autohersteller versuchen seit Jahren die Bedienung für das Infotainmentsystem im Auto zu revolutionieren. Das führt teils zu gefährlicher Ablenkung.

Die Zeiten, als Autofahrer für jede Bedienfunktion eine separate Taste drücken, einen Regler drehen oder einen Hebel umlegen konnten, sind vorbei. Denn moderne Fahrzeuge bieten viel zu viele Funktionen, die sich in dieser Menge nicht mehr durch einzelne Tasten ein- und ausschalten lassen – schon gar nicht in guter Erreichbarkeit für den Fahrer und optisch ansprechend im Cockpit gruppiert.

Den Trend zur Lösung des Problems hat Tesla ausgelöst. Die softwaregetriebene Company aus dem Silicon Valley wagte es als erster Autohersteller, so gut wie jeden Knopf aus der Fahrerzentrale zu eliminieren. Bis auf die Taste für den Warnblinker am Dachhimmel wurden fast sämtliche Funktionen in den zentralen Bildschirm verlegt, der wie ein grosses Tablet auf der Mittelkonsole thront.

Seitdem experimentieren immer mehr Hersteller mit displayorientierten Lösungen. Das Problem: Bedienfunktionen, die nicht intuitiv, ohne hinzugucken – mit einem Tastendruck oder Reglerdreh – ausgeführt werden können, führen zwangsläufig dazu, dass der Fahrer das Verkehrsgeschehen aus dem Blick verliert. Das Suchen und Finden von Funktionen in Digital-Menüs und Untermenüs führt deshalb nicht selten zu gefährlich langer Ablenkung – wie der ADAC in einem Test mit sechs verschiedenen Fahrzeugen gezeigt hat.

Am Test, der gemeinsam mit Wissenschaftlern der Hochschule Augsburg entwickelt und durchgeführt wurde, nahmen 24 Probanden teil, die mit den Fahrzeugen nicht schon im Vorfeld vertraut waren. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase musste jeder Proband zwei Testfahrzeuge durch einen Parcours auf dem ADAC Testgelände fahren und währenddessen – bei einer konstanten Geschwindigkeit zwischen 40 und 50 km/h – verschiedene Bedienfunktionen ausführen. Die Tests konzentrierten sich auf alltägliche, häufig gebrauchte oder sicherheitsrelevante Bedienaufgaben, wie zum Beispiel das Abblendlicht einschalten, die Innentemperatur einstellen oder ein Navigationsziel eingeben.

Konkret wurden sechs populäre Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse – drei mit berührungssensitivem Bildschirm (Touchscreen), zwei mit Dreh-Drück-Steller (Controller) und eines mit Touchpad – auf das Ablenkungspotenzial der Bedienung hin verglichen. Mit Controller ausgerüstet sind der BMW 1er, der Mazda 3 und die Mercedes A-Klasse. Mit Touchscreen bedient wurden die Modelle Dacia Duster, Tesla Model 3 und der VW Golf.

In die Bewertung lag der Schwerpunkt auf Sicherheitsaspekten; Bedienkomfort- und Funktionsumfang spielten nur eine Nebenrolle. Sprachsteuerung wurde, wo vorhanden, nicht berücksichtigt. Testsieger sind die Kompaktmodelle Mazda3 und BMW 1er mit der Gesamtnote «gut». Beide punkteten mit der intuitiven Bedienbarkeit sicherheitsrelevanter Funktionen, zudem gefiel den Testern, dass es eine separate Klimaanlagensteuerung gibt. Bei einigen anderen Herstellern ist diese mittlerweile in der Menüstruktur des Touchscreens versteckt und dadurch schwieriger während der Fahrt zu nutzen. Als Nachteil werteten die Experten, dass in beiden Modellen das Infotainmentsystem über einen Dreh-Drück-Steller bedient wird, was zu eine längeren Eingabezeit führt.

Nur für einen Mittelfeldplatz reichte es bei VW Golf und Dacia Duster, bei denen das Infotainment über einen Touchscreen gesteuert wird. Beim Golf betrifft das auch die Klimaanlage, was die Tester als umständlich werteten. Keine Zustimmung fand ausserdem das Touchpad-System der Mercedes A-Klasse, das sich recht schwer bedienen liess.

Auf dem letzten Rang landet mit der Note «ausreichend» das Bediensystem im Tesla Model 3. In dem E-Auto werden nahezu alle Funktionen per Touchscreen gesteuert – auch die sicherheitsrelevanten. Der Club mass daher die mit Abstand längsten Bedien- und damit Ablenkungszeiten. Beim Bedienkomfort des Infotainmentsystems schneidet der Tesla im Testfeld allerdings am besten ab. (pd/ir)

 

www.adac.de


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