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News / 23. Mai 2022

Europas grösste E-Studie: Das sind die Achillesfersen der E-Mobilität

Shell Recharge Solutions hat in seiner jährlichen EV Driver Survey knapp 15’000 E-Autofahrer in fünf europäischen Ländern befragt, was sie bewegt.  

Grundsätzlich sind die rund 15'000 befragten E-Autofahrer aus Grossbritannien, Frankreich Deutschland, Niederlande und Belgien zufrieden mit ihren Stromern. Ob Umweltfreundlichkeit (78 %), Kosten (61 %), Optik (52 %) oder Komfort (53 %): Die Befragten bewerteten Ihre E-Autos in jeder Kategorie besser als Diesel- und Benziner-pendants. Entsprechend will auch kaum einer, der den Umstieg gewagt hat, wieder zurück.

Drei Viertel der aktuellen Elektrofahrer planen wiederum den Kauf eines vollelektrischen Autos als nächstes Fahrzeug. Gleichzeitig hat sich der Anteil derer, die zu fossilen Brennstoffen zurückkehren wollen, von vier auf zwei Prozent halbiert. Zu einem PHEV würden 10 % der Befragten zurückwechseln (2021 waren es 21%), ein Wasserstofffahrzeug ziehen noch 5 Prozent in Betracht (2021: 8%), ein Vollhybrid käme noch für zwei Prozent infrage (2021: 4%).

Reichweitenangst nach wie vor ein Problem
Doch warum würden einige immer noch ein Plug-in-Hybrid bevorzugen oder gar zu einem Diesel- oder Benzinmotor zurückkehren? Ein Grund ist die Reichweitenangst. Bei den deutschen Befragten belegt das Thema und die damit verbundene verbesserte Batterieleistung den ersten Platz, wenn es um die gewünschten Verbesserungen bei Elektrofahrzeugen geht. Doch nicht jeder fürchtet zu geringe Reichweiten: In Belgien, das einen relativ hohen Anteil an Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen aufweist, hat sich hingegen als die Hälfte der Fahrer/innen vor dem Kauf ihres Fahrzeugs über die Reichweite von Elektrofahrzeugen informiert.

Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hinkt hinterher
Ein weiteres Mittel gegen die Reichweitenangst wäre eine gut ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur. Doch nur 27 % der Befragten glauben, dass bei der aktuellen Geschwindigkeit der Ausbau der Infrastruktur – sei es durch Unternehmen oder Staat – mit dem Bedarf Schritt halten kann. Entsprechend steht eine bessere Verfügbarkeit von Ladepunkten (bei 49 %) neben einer grösseren Reichweite (57 %) weit oben auf der Wunschliste der Fahrer.

Für Unternehmen, Handel etc. birgt das Bereitstellen einer Ladeinfrastruktur entsprechend grosse Chancen. 54 % der Befragten geben an, dass die Verfügbarkeit von Ladepunkten beeinflusst, welche Ziele sie zum Einkaufen und Reisen ansteuern.

Langsames Laden an öffentlichen Säulen
Die Ladegeschwindigkeiten an öffentlichen Ladestationen werden von den Fahrern nach wie vor als zu niedrig eingeschätzt. Auf die Frage, ob die Geschwindigkeiten an den verschiedenen Standorten für ihre Bedürfnisse ausreichen, gab nur ein Drittel der Befragten an, dass die Ladestationen an Autobahnen ihre Anforderungen erfüllen – und diese Zahl sank auf ein Fünftel für Standorte im Einzelhandel und im Gastgewerbe. Bei dieser Frage zeigte sich auch ein deutlicher Alterstrend: Jüngere Fahrer sind mit Autobahntankstellen weniger zufrieden und ältere Fahrer weniger mit Tankstellen im Einzelhandel – aber die niedrigen Zahlen in allen Bereichen sollten der Branche wirklich Sorgen bereiten.

Flut an Apps und Karten
Die Umfrage hat auch gezeigt, dass die Anzahl der Apps und Karten, die die Fahrer für das Laden ihrer E-Autos nutzen sollen, für rote Köpfe sorgt. Die Branche schenkt dieser Entwicklung wenig Beachtung – vielleicht weil das Aufkommen des E-Mobilitätsmarktes mit einem enormen Wachstum von Karten und App-Nutzung zur Bewältigung des allgemeinen täglichen Lebens zusammenfiel. Das bedeutet jedoch, dass Fahrer für das tägliche Fahren oft zwischen vielen verschiedenen Apps und Karten hin und her switchen müssen. Besonders akut ist dieses Problem im Vereinigten Königreich, wo mehr als die Hälfte der Fahrer inzwischen vier oder mehr Karten besitzen, um die von ihnen benötigten Ladestationen zu nutzen. In Belgien und den Niederlanden hingegen liegt diese Zahl eher bei einem Fahrer von acht.

Es ist daher vielleicht überraschend, dass Interoperabilität – d. h. die Möglichkeit, eine Karte und eine Mitgliedschaft in den Netzen vieler verschiedener Anbieter zu verwenden – bei niederländischen und belgischen Fahrern ebenso beliebt ist wie bei britischen. Auf allen Märkten war dies für einen erheblichen Anteil der Fahrer ein vorrangiges Thema.

Probleme beim Laden im Ausland
Für die vierzig Prozent der Befragten, die in anderen europäischen Ländern unterwegs waren, ist das Thema noch wichtiger: Zwei von fünf gaben an, dass sie dabei Probleme mit dem Zugang zum Laden hatten. Da sowohl die Einführung als auch die Reichweite von Elektrofahrzeugen zunehmen, wird das Reisen über größere Entfernungen zu einem immer häufigeren Anwendungsfall und die Unterschiede beim Laden werden immer mehr Fahrer betreffen.

Weitere Wege für erneuerbare Energien
Viele sind sich der möglichen Probleme bewusst, die sich aus der zusätzlichen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in unserer oft schon strapazierten Strominfrastruktur ergeben könnten, aber weniger Fahrer machen sich darüber Gedanken, welche Probleme Elektroautos schon heute verursachen. Etwas mehr als ein Drittel der  befragten Fahrer gibt an, dass sie sich über diese Auswirkungen Sorgen machen – in Belgien und den Niederlanden steigt diese Zahl auf über die Hälfte der Fahrer an.

In Deutschland ist der Anteil der Fahrer, die ihr Fahrzeug vollständig mit erneuerbaren Energien aufladen, mit 54% mit Abstand am höchsten – unsere nördlichen Nachbarn sind auch die einzigen, die sich weniger Sorgen um das Stromnetz als die um die Nutzung erneuerbarer Energien machen. Dieses Bild spiegelt sich in den Daten zum nachhaltigen Laden unterwegs wider: Diesbezüglich wären viele bereit, weiter zu fahren, um eine öffentliche Ladestation zu finden, die erneuerbare Energie nutzt. Die Mehrheit der E-Autofahrer (72%) ist sich zudem einig, dass eine breite Einführung von Elektrofahrzeugen entscheidend für den Umweltschutz ist. (rk)


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