Honda / 24. September 2020

Der E-Flitzer vom anderen Stern

Mit dem «e» fährt auch Honda ein rein elektrisches Modell vor. Der futuristische Cityflitzer hat das Zeug zum Kultobjekt, trotz geringer Reichweite und hohem Preis.

«Mission to Mars?», fragt der Nachbar beim Anblick des Honda e schalkhaft. Der 3.90 Meter kurze Cityflitzer scheint auf den ersten Blick tatsächlich nicht von dieser Welt, schon gar nicht von Honda. Kanten, Sicken oder gröbere Anbauteile, wie sie den Civic Type R zieren, sucht man vergeblich. Selbst auf herkömmliche Rückspielgel verzichtet der Honda e, dessen puristisch runder Auftritt mit einer gelungenen Gratwanderung aus Future und Retro sofort Sympathien weckt. 

Einen anderen Planeten will der «e» nicht erobern, aber zumindest den Weg in die irdische E-Mobilität soll Hondas erster Stromer ebnen. Dabei dürfte sich das Territorium auf urbanes Gebiet beschränken, denn mit seinem 35,5-Kilowattstunden-Akku kommt der kleine Japaner lediglich 220 Kilometer weit – auf dem Papier. Der Bordcomputer prophezeite uns jeweils rund 160 Kilometer, was in etwa auch hinkam. Etwas mickrig, doch gemäss Honda legen die meisten Menschen ohnehin nur rund 40 Kilometer pro Tag zurück. Der kleine Akku hat auch seine Vorzüge, so ist er an einer Wallbox (7,4 kW) schon nach vier Stunden wieder voll. An einer Schnellladestation sind 80 % bereits in 30 Minuten erreicht. 

Während die Akkugrösse vorgegeben wird, darf beim Motor zwischen 136 PS (Honda e ab 39’900 Franken) bzw. 154 PS (Honda e Advance ab 43’100 Franken) gewählt werden. Das Drehmoment beträgt jeweils 315 Nm. Laut Honda beschleunigt das von uns gefahrene Topmodell in 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h, 0,7 Sekunden schneller als die Basisversion. Insbesondere im Sportmodus fährt sich der Honda e mit seiner direkten Leistungsentfaltung flink und ermöglicht dank der guten Gewichtsverteilung (trotz 1,5 Tonnen Leergewicht) flotte Kurvenfahrten. 

Gemütliche Fahrten werden vorzugsweise im One-Pedal-Modus absolviert, wobei die Bremskraft via Schaltwippen justiert werden kann. Wir gehen es gelassen an, und erkunden den Innenraum. Rück- und Innenspiegel werden durch Kameras ersetzt, drei weitere Monitore spannen sich über das gesamte Armaturenbrett, wobei Navi-Einstellungen, Apps oder Fahrinformationen zwischen den Displays nach eigenem Gusto positioniert werden dürfen. Echtholzfurniere runden den spacigen Innenauftritt ab. Überraschend: Die zweite Reihe bietet für einen Wagen dieser Grössenordnung ansprechend Platz. Der Kofferraum fällt mit 171 Litern gering aus, aber der Honda e will ja nicht zum Mars, sondern lediglich in die City. (rk)

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